Zu wenige wollen das Päckchen tragen – Onlinehandel verursacht Engpässe bei der Paketzustellung

Trotz großer Anstrengungen bei Innovationen und Digitalisierung bleibt dem boomenden Paketgeschäft als Hindernis die letzte Meile. Die Paketzustellung von Hand ist Schwerstarbeit und damit mindestens so unbeliebt wie Spargelstechen. Kein Zweifel: Die Branche sucht händeringend nach Arbeitskräften. Da das verschickte Volumen in der Paketbranche in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird – Experten rechnen bis 2025 gar mit einer Verdoppelung – wird sich der Mangel an Arbeitskräften auch mittelfristig kaum ändern . Schon jetzt werden Alternativen geprüft: Paketshops, die Zustellung durch Privatpersonen, Drohnen oder sogar die Zustellung aus dem Smart-Kofferraum.

Die Deutsche Post DHL geht sogar noch einen Schritt weiter: vor kurzem wurde mit der Bundeswehr eine Kooperation über die Integration von ausscheidenden Soldaten in den zivilen Arbeitsmarkt geschlossen. Jährlich verlassen nämlich zwischen 10.000 und 15.000 Menschen die Streitkräfte. Rekruten als Reservoir für die Paketzustellung?

Dem Mangel folgt aber auch ein Imageproblem. Mitarbeiter beklagen schlechte Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung. Die Folge: monatelange Streiks um Ostern vor zwei Jahren. Inzwischen wurde reagiert: Nach Angaben der Post haben bereits 9000 Menschen in den vergangenen Jahren in den Paketfirmen eine feste Anstellung gefunden. Etwa 5000 seien vom externen Arbeitsmarkt rekrutiert worden, die übrigen seien ehemals befristet Beschäftigte der Post. Bis 2020 hatten die Bonner die Schaffung von 10.000 neuen Jobs versprochen und bis 2025 sogar eine Verdoppelung auf 20.000 in Aussicht gestellt.

Auch ein Blick auf Zahlen des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik (BIEK) zeigt, dass die Branche der Kurier-, Paket- und Expressdienste zulegt. 2016 beschäftigten die Unternehmen rund 215.000 Menschen, Tendenz steigend.

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