Was machte eigentlich…? Walter Spahrbier

spahrbierAus einer fernen Fernsehzeit, als es nur drei Programme gab, ein Testbild zum Sendeschluss erschien und die Samstagabendshow ein Millionenpublikum erreichte, durfte ER dabei nicht fehlen: Walther Spahrbier. Ein echter Postbote gab den Postboten in Uniform. Ein Statist und dennoch Institution, eine feste Größe fernab der späteren Schicksale von Buchstabenumdreherinnen  oder Umschlag-Überbringer-Notaren.

Zunächst als Geldbriefträger in Hamburg-Lokstedt beschäftigte, wurde er dort – wie auch immer – von Peter Frankenfeld entdeckt. Ab 1954 trat Spahrbier in Frankenfelds Show auf. Seine Gage betrug 60 D-Mark. Die Aufgabe des Postboten, der die glücklichen Gewinner in der Show verkündete, erledigte er zuverlässig und schrieb Fernsehgeschichte.

Auch das damalige Postministerium wurde aufmerksam und erkannte Spahrbiers Potenziale „ein wünschenswertes Bild des deutschen Beamten im Inland zu vermitteln“ und stellte ihn ab 1964 für seine monatlichen Auftritte für vier Tage frei.

Auch nach der Frankenfeld-Ära blieb Spahrbier dem Fernsehpublikum erhalten. Deutschlands berühmtester Postbote hatte nun seinen regelmäßigen Platz in den Shows von Wim Thoelke, etwa im Großen Preis. Dabei bezog Spahrbier für seine Arbeit nie mehr als sein Beamtengehalt. Vielmehr sammelte er bis 1980 für die „Aktion Sorgenkind“ mit Autogrammstunden und anderen Veranstaltungen. Dafür erhielt er an seinem 75. Geburtstag das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Kurz vor der 100. Sendung des Großen Preis starb Walter Spahrbier 1982 in Hamburg.

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