Verschlusssache De-Mail – Kaum Neues zur aktuellen Entwicklung

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Lange schon nichts mehr von De-Mail gehört. Obwohl, wirklich Neues, jedenfalls öffentlich bekanntes, gibt es kaum zu berichten. Am 23. September 2015 tagte der Ausschuss Digitale Agenda des Bundestages in einer nicht-öffentlichen Sitzung. Nur so viel ist bekannt, der „Bericht der Bundesregierung zum Thema aktueller Stand De-Mail“ war Tagesordnungspunkt 3 der Agenda. Die Ergebnisse der Sitzung des 16-Mitglieder zählenden Ausschusses dürften wenig erfreulich gewesen sein. Denn Thomas Jarzombek, CDU-Vertreter im Ausschuss erklärt in seiner Pressemitteilung vom 25.9.2015 :

„De-Mail hat leider bislang noch keinen hinreichenden Erfolg, nur rund eine Million Nutzer sind viel zu wenig. Deshalb kommt es nun darauf an, möglichst noch weitere Anwendungen für De-Mail hinzuzufügen. Ein Beispiel könnte mittelfristig die Anwendung im Gesundheitsbereich sein. Allein die Nutzung für Behördenkommunikation ist zu wenig, um die Menschen für die Registrierung bei De-Mail zu gewinnen.“

Zuversicht klingt da anders. Kein Grund zu Freude ist auch eine Anfrage dazu im Deutschen Bundestag. In der kleinen Anfrage der Fraktion „Die Linke“ vom Juni 2015 erkundigten sich die Abgeordneten danach, wie viel die Entwicklung von De-Mail bislang insgesamt gekostet hat und wer diese Kosten im Detail übernommen hat. Gefragt wurde unter anderem auch danach, wie sich die Nutzung in den vergangenen Jahren entwickelt hat und wie viele De-Mails von den Nutzern bisher tatsächlich versandt wurden.

Die Antwort der Bundesregierung ist zwar ausführlich, aber wenig erhellend, da viele der Antworten als „Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft wurden. Begründet wurde die Geheimhaltung mit der Wahrung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen beteiligter Dritter. Denn tatsächlich wird De-Mail von der Deutschen Telekom, Mentana-Claimsoft GmbH, Tochterunternehmen der Francotyp-Postaliam GmbH sowie United Internet (1&1, GMX und Web.de) angeboten.

Immerhin, die Erstellung der 600-seitigen technischen Richtlinien für De-Mail beanspruchte beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seit 2008 bis zur Veröffentlichung der TR 01201 im Jahr 2011 2-Personen-Jahre (Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD hat im Jahr 2008 für Deutschland ein Personenjahr von 1.432 Stunden gemessen).

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Ein Kommentar

  1. Viele Experten sind der Meinung, dass die Bundesregierung mit De-Mail ein totes Pferd reitet. Deshalb erstaunt es, dass nach wie vor dafür geworben wird – wenn auch nur mehr in geringem Umfang – und weiter wertvolles Geld verbrannt wird. De-Mail ist unsicher (Provider hat Nachricht und Schlüssel), bedingt eine neue E-Mailadresse, ist teuer und international nicht einsetzbar. Anmerkung der Redaktion: Auf die Werbung für das Unternehmen Regify haben wir verzichtet.

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