Im Treppenhaus wird`s eng: Postdienstleister stellen Paketboxen in Ein- und Mehrfamilienhäusern auf

Der Zeitungskiosk, Reinigungen und sonstige Einzelhändler können aufatmen: Die mehr oder weniger freiwillige Leistung, angelieferte Päckchen oder Pakete für die Nachbarschaft anzunehmen, hat ausgedient. Dort, wo mancher Blumenladen als Zwischenlager für nicht zugestellte Postsendungen dient, können nun auch wieder rote Rosen verkauft werden.

Grund für diese Entwicklung: Die DHL und andere Postdienstleister wollen ganz nah beim Kunden sein. Neben den Abholstationen gehen die Dienstleister nun noch einen Schritt weiter auf Ihre Kunden zu, indem sie vor Einfamilienhäuser und in den Mietshäusern Postboxen aufstellen. Darin sollen zugestellte Sendungen ganz bequem wie Briefe einfach zwischengelagert werden, wenn der Empfänger nicht anzutreffen ist. Damit ist die „gelbe Karte“ Vergangenheit, denn der Postkunde mit Schlüsselgewalt kommt nun jederzeit an das erwartete Paket heran. Das Problem dabei: Diesen Service bietet bisher nur die DHL. Die Paket-Tochter der Deutschen Post hat in Berlin zehn Kästen für 500 Haushalte aufgestellt. Bis 2016 will DHL mehr als 1000 solcher Paketkästen installieren.

Andere, regionale Zusteller können die Kästen der DHL natürlich nicht nutzen. Wer bei Hermes & Co bestellt hat, muss weiterhin auf Nachbarschaftshilfe hoffen, oder doch mal wieder Blumen kaufen, um dort an sein Paket zu kommen. Aber die DHL-Konkurrenz schläft nicht. In Hamburg, Aschaffenburg und im Raum Frankfurt wird ein eigenes Paketkastenmodell getestet. Dieses soll „anbieterunabhängig“ sein. Jeder, der etwas bestellt, soll dem Zulieferer individuell einen Pin-Code für die Paketbox geben können. Der DHL wurde eine Kooperation angeboten, die diese aber bislang abgelehnt hatte.

Es könnte also eng werden, wenn sich die in Treppenhäusern geparkten Kinderwagen den Platz mit den Paketkästen der Anbieter teilen. Eine logistische Herausforderung bleibt jedoch: Paketzusteller haben, anders als Briefträger, keinen Zugang zu Mehrfamilienhäusern. Bei der DHL hat man dieses Problem durch einen Zugangs-Chip gelöst. Die Konkurrenz ist noch auf der Suche.

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